Všekary
Die St. Barbara-Kirche zählt zum Eigentum der Gemeinde Všekary.
Josef Trhlík (Bürgermeister von Všekary) spricht.
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Josef Trhlík: Všekary zählt mit ihren 100 Einwohnern unter die kleineren Dörfer. Es waren mal mehr, während des Krieges ungefähr 350 Einwohner, aber im Laufe der Zeit wurden es immer weniger. Viele zogen in Städte, sodass wir jetzt auf der Zahl 100 stehen. Und so leben wir… Vorher war es hier lebendiger, es gab Wallfahrten, hier daneben stand eine deutsche Schule, es war nicht so ruhig. Die Kinder gingen in die deutsche Schule und während des Krieges war hier die Grenze des Protektorats, sodass die Kinder aus den naheliegenden Dörfern Hradišťany und Černovice hierhin in eine tschechische Schule gingen. Es war fast so wie eine Wallfahrtskirche und die Wallfahrten fanden bis etwa 1958 statt. Dies war wahrscheinlich die letzte Wallfahrt hier in der Kirche. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bedeutete für diese Kirche praktisch einen Niedergang. Wenn Sie sich Fotos aus der Zeit vor dem Krieg oder sogar nach dem Krieg ansehen, können Sie die Ausstattung, den Altar, die Bänke sehen und heute gibt es davon nichts mehr.
Barbora Benešovská: Alles ist weg…
Josef Trhlík: Alles ist weg, alles wurde verbrannt, weggebracht, liquidiert... Ende der 1980er Jahre wurde sogar ein Abrissbefehl erlassen. Glücklicherweise kam es nicht dazu, und nach der Revolution wurden das Dach und der Dachstuhl repariert und die Struktur des Gebäudes gesichert. In den 1990er Jahren, als das Dach schön aus Kupfer war, wurde die Blechverkleidung von einigen Bürgern in die Schrottmaterialien gebracht. In der Zeit befasste sich damit die Kirche. Ich glaube, wir haben damals ein wenig mit der Kirche zusammengearbeitet und uns an einigen Reparaturen beteiligt, aber als es dann zu den Verhandlungen über die Übernahme der Kirche kam, hat es die Vertretung abgelehnt, da wir es als eine große Verpflichtung für die Zukunft sahen, und damals waren die finanziellen Möglichkeiten solch kleiner Gemeinden schlechter als heute (lacht), nicht dass sie heute viel besser sind (lacht), aber sie waren sicher schlechter.
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Josef Trhlík: Was hier passiert… Zum Beispiel hatten wir hier ein Weihnachtssingen mit dem Chor Collegium Musicum aus Staňkov, im Sommer ein Festival Theater in dem Land, was ein bedeutendes Ereignis ist, da es mehrere verschiedene Auftritte während des ganzen Wochenendes gibt, einschließlich eines Gottesdienstes… Die Atmosphäre, wenn es dunkel wird und die Kirche beleuchtet ist, finde ich immer wundervoll.
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Josef Trhlík: Es handelt sich um eine große Kirche, die, sagen wir mal, in einem baufälligen oder schlechten technischen Zustand ist, und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die Gemeinde wahrscheinlich der einzige Subjekt sein kann, die finanzielle Mittel erhalten wird und einige Subventionen verwenden könnte, um die Kirche schrittweise zu reparieren.
Barbora Benešovská: Und die Menschen im Dorf sind dem gegenüber positiv eingestellt?
Josef Trhlík: Niemand hat mit mir bisher geschimpft (lacht)... Die Kirche war Eigentümerin, und irgendwann nach 2005, 2006 hatten sie mit dem Mangel an finanziellen Mitteln für die Instandhaltung nicht nur dieser Kirche, sondern allgemein aller Liegenschaften zu kämpfen, und so tratensie schon damals an uns heran, ob wir daran interessiert wären, diese Kirche zu verwalten und sie in unser Eigentum zu überführen. Damals tauchte jedoch Herr Hruška mit dem Verein Syndicus Hereditas auf, der sich für diese Kirche interessierte, mit der Kirche arrangierte er die Übergabe und kümmerte sich um die Kirche, oder besaβ sie ungefähr 10 Jahre lang. In dieser Zeit wurde mit der Kirche aber nicht viel gemacht und da sich die Einwohner des Dorfes über die Kirche interessierten, obwohl es nicht genau in dem Dorf liegt, habe ich mich mit dem Herr Hruška im Herbst 2019 abgesprochen, dass er die Kirche auf das Dorf überführt und 2020 war tatsächlich in dem Kataster das Dorf Všekary als Eigentümer aufgelistet… Sie haben die Möglichkeit bei verschiedenen Stellen Fördermittel zu beantragen und ich hindere als Privatperson natürlich niemanden daran, dies zu tun und mit der Reparatur zu beginnen. Das Problem bei diesen Subventionen ist, dass sie nicht hundertprozentig sind, also muss man für jeweils hunderttausend mindestens zwanzig oder dreißig Prozent geben, was komplizierter für eine Privatperson sein könnte, es sei denn, sie hat einige Ressourcen... Wir haben uns damals in der Vertretung darauf geeinigt, und ich glaube, die Leute sehen es als ein Vorteil, dass die Gemeinde etwas Geld hineinsteckt. Diese Kirche steht jetzt seit fast 300 Jahren hier und gehört den Všekars. Die Leute sorgen sich um den Zustand der Kirche, denn das Ziel ist klar, das Gebäude für die nächsten Generationen zu erhalten.
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Josef Trhlík: Ja, die Fenster und die Türen besorgte das Dorf. Wir haben einige Subventionen aus dem Regionalamt der Region Pilsen bekommen und das sowohl von der Regionalentwicklung als auch von dem Denkmalfond. Eigentlich gab es hier keine Fenster, deshalb wurden neue eingebaut und die gemauerte Tür abgerissen, damit es einigermaβen ordentlich aussieht.
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